Von Luang Prabang an die chinesische Grenze und weiter
Wen es genauer interessiert, hier die einzelnen Stationen: Luang Prabang-Pak Mong-Udomxai-Natei-Boten (Grenzstation auf Lao Seite)-Mengla (erste groessere Stadt in China hinter der Grenze)-Jinghong-Kuming-Cheng Du (da sind wir jetzt gerade)
16.11.2007
18 °C
Hello Everybody!
Liebel Gluessel aus Cheng Du (China). Hier sind wir heute nach 23 Stunden Zugfahrt von Kunming angekommen. Wollen in Cheng Du den Tibet-Express nach Lhasa nehmen.
Aber nun kurz zurueck:
An dem Tag, als wir uns an die Strasse in Luang Prabang stellten, sind wir bis an die chinesische Grenze gekommen. Yeah! Viel schneller (trotzdem 9 Stunden) und billiger als gedacht im Gegensatz zu den organisierten Reisen.
Die Landschaft hier im Norden von Laos ist unheimlich schoen. Am liebsten wuerden wir noch einmal hierher zurueckkommen. Vielleicht am Ende unserer Reise?! Mal schauen.
Am naechsten Tag sind wir dann im Bus weiter ueber Mengla bis nach Jinghong (10 Stunden), wo wir 2 Stunden spaeter den Sleeping Bus nach Kunming (11 Stunden) genommen haben. Puh! ![]()
Was wir bisher von China kennengelernt haben, ist ein wahrer Kulturschock. Was direkt auffiel: Kaum einer spricht oder versteht englisch, die Leute spucken und rotzen unentwegt auf die Strasse, manchmal auch direkt vor die Fuesse und auch in geschlossenen Raeumen auf den Boden (scheint wohl eine Art Reinigungsritual zu sein, auf jeden Fall fuehle ich mich jedesmal schlecht, wenn ich ins Taschentuch schneuze. Wie kann man auch nur so ekelhaft sein, seinen Dreck aus der Nase und Rachenraum in ein Tuch zu schneuzen und dann in die Tasche zu stecken, pfui! pfui!), im Gegensatz zu Laos und Kambodscha sind kaum Kinder zu sehen (traurige Politik) und das Essen ist sehr gewoehnungsbeduerftig (waren in Kambodscha und Laos auch sehr viele Hunde zu sehen, so landen sie hier anscheinend auf dem Teller).
Aber gerade all das machts natuerlich auch so interessant hier!
Die Leute hier erleben wir ausserdem unheimlich freundlich und hilfsbereit...auf der Suche nach Hostels begleiten sie uns bis zur Rezeption, versuchen, sofern sie ein paar Worte Englisch koennen, einen guenstigen Preis fuer uns auszuhandeln, bis sie uns dann hoeflich fragen, ob sie denn nun wieder gehen koennten. Nett oder!
In der Kleinstadt Kunming (ca. 8 Millionen Einwohner) haben wir dann 2 Tage verbracht, bis wir uns gestern im Schlafwagen eingenistet haben und 23 Stunden nach Cheng Du gereist sind...1700 km fast ausschliesslich Felder, die auf Trassen angelegt sind. Jeder Quadratmeter wird genutzt und wird mit der Hand auf scheinbar mittelalterliche Art und Weise bearbeitet. Jedenfalls haben wir weder Traktoren, Maschinen noch Tiere gesehen. Die Doerfer und Staedte erinnertern irgendwie entfernt an die alte DDR Zeit, nur etwas mehr heruntergekommen, irgendwie trister und die zum groessten Teil unfertigen "Haeuser" fast ausschliesslich mit rotem Backstein gemauert...
Wir haben es uns zwar ziemlich gegeben mit der Fahrerei, aber das Land und die Menschen sind wahnsinnig interessant und irgendwie muss man diese Strecken in diesem grossen Land zuruecklegen, vor allem wenn wir nach Tibet wollen. Denn Cheng Du ist noch die am naechsten gelegene Stadt, wo wir auf den Tibet-Express springen koennen. Das wird zwar auch nochmal ne wahnsinnslange Fahrt werden (ca. 48 Stunden), aber ein riesengrosses Erlebnis!!!
Naja auch jeden Fall haben wir uns den Schlafwagen nach Cheng Du mit einem etwas aelteren chinesischen Paarchen geteilt (wir waren, was wir sehen konnten, die einzigen Langnasen im Zug und wurden immer angeschaut als wenn wir aus dem All kaemen), die kein Wort englisch oder sonst irgendetwas anderes als chinesisch sprachen. Aber mit Haenden und Fuessen geht alles. A propos Fuesse. Beim Abendessen haben sie uns dann von ihren leckeren Kraehenfuessen angeboten (sah zumindest so aus). Nachdem wir dankend und laechelnd abgelehnt hatten, sie uns dann aber trotzem weitere sieben Mal diese komischen Fuesse angeboten hatten, dachten wir, jetzt waere es vielleicht aus Hoeflichkeit doch angebracht, die Dinger einfach mal anzunehmen und zu probieren. Nachdem ich etwas am Zeh dieser Fuesse lutschte um den Geschmack zu eruieren, war mir sofort klar, dass ich das nicht essen konnte. Dann probierte Rene, er nahm einen vorsichtigen Biss und hatte den Fussnagel im Mund, den er dann mit etwas angewiderter und laechelnder Mine zugleich, versuchte wieder aus dem Mund zu manoevrieren. Dann die Frage, was nun mit dem Ding... er legte ihn vorsichtig zurueck auf den Tellerrand und die beiden haben ihn dann letztendlich grinsend verspeist. Tat uns ja echt leid, aber...naja war ganz lustig mit den beiden. Am naechsten Tag gesellte sich noch die lady vom Nachbarabteil dazu und sie gab uns etwas Sprachunterrricht. Dass wir aus Deutschland sind, war gar nicht so leicht zu vermitteln. Wir haben es mit der Flagge mit schwarz, rot, gold, mit Berlin etc. versucht (Merkel haben wir uns nicht getraut zu sagen, wegen der Sache mit Dalai Lama und so)...bei Volkswagen hat es dann geschnaggelt...
Heute werden wir uns um das Ticket nach Lhasa kuemmern. Werden versuchen, dass es ein Chinese fuer uns kauft, weil sie von uns die Tibet Travel Permission sehen wollen, die wir aber angeblich gar nicht brauchen und es wohl nur Geldmacherei ist. Werden uns noch weiter erkundigen..Hoffe es geht euch allen gut...bis bald Euer Rene und die Miriam ![]()
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Posted by miriheb 16.11.2007 04:22 Archived in China





